Alles, was Du über Zahnbleaching wissen musst

12. Jan 2020 | Gesundheit, Schönheit, Zähne, Zahnfleisch

Wie gefährlich ist Zahnbleaching?
Wenn es professionell angewendet wird gar nicht. Jedoch: professionell bedeutet: in einer
Zahnarztpraxis. Nur dort kann der Zahnarzt vorher sicherstellen, dass die Zähne keine
Defekte aufweisen. Denn: Nur gesunde bzw. dicht gefüllte Zähne sollten gebleicht
werden. Ist eine Füllung oder eine Krone undicht, dringt das Bleachingmaterial drunter und
schädigt den Zahn.

Was passiert beim Zahnbleaching?
Jedes Bleachingmittel enthält Karbamid-Peroxid. Das ist ein Wirkstoff, der aus Karbamid
und Wasserstoffperoxid besteht. Beim Karbamid handelt es sich nur um ein Trägermittel.
Der Wirkstoff, der die Zähne weiß macht, ist das Wasserstoffperoxid. Wenn es auf die
Zahnoberfläche aufgetragen wird, dringt es oberflächlich in die Struktur ein und setzt freie Radikale frei. Diese freien Radikale binden die Farbstoffe, die sich in der Zahnstruktur befinden. Es kommt zu einer Oxidation zwischen den Pigmenten und den freien Radikalen. Durch diese Oxidation werden die Pigment zersetzt. Der Zahn wird heller. Der Oxidationsvorgang wird durch Wärme und Licht beschleunigt. Aus diesem Grund arbeiten die meisten Zahnärzte mit speziellen UV-Lampen oder Lasern.

Wichtig: Damit die freien Radikale nicht das Zahnfleisch schädigen, sollte dieses mit
einem speziellen Mittel abgedeckt werden. In der Zahnarztpraxis werden spezielle
dünnfließenden Kunststoffe verwendet. Diese werden durch eine UV-Lampe gehärtet.

Welche Methoden des Zahnbleaching gibt es?
Grundsätzlich können wir zwischen dem Powerbleaching (oder auch In Office- Bleaching
genannt) in der Praxis und dem Homebleaching für Daheim unterscheiden.

—> Powerbleaching/In-Office-Bleaching:
Dieses Bleachingverfahren darf nur in einer Zahnarztpraxis angewendet werden. Es
kommen hochprozentige Peroxide (30 – 40 %) zum Einsatz. Bei diesem Verfahren muss
das Zahnfleisch abgedeckt werden, damit kein Peroxid es berührt. Es kommt sonst zu
Verätzungen (die reversibel sind).

—> Home-Bleaching:
Bei diesem Verfahren werden über einen längeren Zeitraum niedrig prozentige Peroxide
verwendet. Der Wirkstoff kann unterschiedlich zum Einsatz kommen.

Das Bleaching-Gel:
Das Bleaching-Gel wird in einer kleinen Spritze geliefert. Es gibt sogar unterschiedliche
Geschmacksvarianten. Der Anwender füllt das Gel in eine speziell für ihn angefertigte
Zahnschiene. Eine gut sitzende Schiene ist für dieses Verfahren elementar. In der Regel
werden diese Zahnschienen einige Stunden am Tag oder in der Nacht getragen. Das
Prozedere dauert meist mehrere Wochen bis das erwünschte Ergebnis erreicht wird.

Die Bleaching-Strips:
Bei diesem Verfahren benötigt der Anwender keine individuelle Zahnschiene. Das Peroxid
befindet sich auf schmalen Klebestreifen, die auf die Zähne gelegt werden.

Nachteil: Die Strips gelangen nicht in die Zahnzwischenräume. Die Zähne werden dadurch (wenn überhaupt) nur ungleichmäßig heller.

Der Bleaching-Pen:
Bei diesem Verfahren wird das Bleichmittel mit einem Pinsel auf die Zähne aufgetragen.
Es soll genauer sein, als die Strips.

Nachteil: Es ist sehr schwierig, den Mund so lange offen zu halten, bis alle Zahnflächen
bemalt wurden. Meist gelangt Feuchtigkeit auf den Zahn, wodurch das Ergebnis fleckig
wird.

Bleaching-Pulver:
Mit Bleaching-Pulver ist Aktivkohle gemeint. Es handelt sich demnach nicht um ein
Peroxid und somit nicht wirklich um Bleaching. Die Aktivkohle besteht aus gröberen
Reibepartikelchen. Auf diese Weise werden Verunreinigungen von der Zahnoberfläche
besser und schneller entfernt als mit einer herkömmlichen Zahnpasta.

Nachteil: Der Zahnschmelz wird aufgeraut. Als Folge verfärben die Zähne immer schneller.

Bleaching-Zahnpasta:
Bleachingpasten arbeiten meist ebenso wie die Aktivkohlepasten mit gröberen
Schleifpartikeln. Manche Pasten enthalten zusätzlich noch einen geringen Anteil an
Peroxid.

Nachteil: Durch den regelmäßigen Gebrauch werden die Zahnoberflächen aufgeraut. Der
Peroxidanteil ist zu gering für einen Effekt.

Gibt es auch natürliche Methoden für das Zahnbleaching?

In der Tat, die gibt es. Folgende Mittel hellen auf natürliche Weise die Zähne auf:

-Kokosöl
-Backpulver
-Zitrone
-Gemisch aus grobem Salz und Olivenöl
-Salbei

Du kannst Dir Dein eigenes Bleachingmittel selbst anmischen indem Du Kokosöl mit
Backpulver verrührst oder eines der anderen Zutaten verwendest.

Nachteil: Der Bleachingerfolg ist verglichen mit dem Bleaching mit Peroxid gering.

Welches Zahnbleaching funktioniert am besten?

Am besten funktioniert das Zahnbleaching mit dem Peroxid in einer hohen Konzentration
in der Zahnarztpraxis angewendet.

Wie viel kostet das Zahnbleaching beim Zahnarzt?
Die Kosten sind individuell und liegen zwischen 300 und 600 Euro.

Wie lange dauert das Zahnbleaching beim Zahnarzt?
Die Dauer ist individuell, jedoch kannst Du eine Stunde als Richtwert nehmen. Meist wird jedoch direkt vor dem Bleaching eine Zahnreinigung durchgeführt. Diese dauert auch ca. Eine Stunde.

Wie häufig darf ich die Zähne bleachen lassen?
Es gibt keine Richtwerte und keine Grenzen, die erforscht wurden. Aus meiner
Praxiserfahrung stufe ich ein zwei- oder auch dreimaliges Bleaching innerhalb eines
Jahres als problemlos ein.

Welche Nebenwirkungen hat das Zahnbleaching?

Es gibt drei Nebenwirkungen:
1. Empfindlichkeiten an den Zähnen. Diese sind innerhalb weniger Tagen reversibel, das
bedeutet: Sie verschwinden von allein wieder.
2. Empfindlichkeiten bzw. Verätzungen am Zahnfleisch. Kleine Blessuren verschwinden
innerhalb weniger Stunden, größere innerhalb einer Woche.
3. Zahnschmerzen, bei denen eine Schmerztablette eingenommen werden muss.
Jedoch: Eigentlich sollten gar keine Nebenwirkungen entstehen. Sie sind auch sehr selten,
wenn sachgemäß gebleicht wird.

Was ist zu beachten vor dem Zahnbleaching?
Es ist eine professionelle Zahnreinigung nötig.

Was ist zu beachten nach dem Zahnbleaching?
Nach dem Zahnbleaching nehmen die Zähne besonders schnell Pigmente aus der
Nahrung auf. Aus diesem Grund solltest Du auf dunkle Speisen für 24 Stunden verzichten.

Wann darf ich nach dem Zahnbleaching wieder essen?
Das Essen ist direkt nach dem Bleaching möglich und erlaubt. Jedoch vorsicht: Bitte keine
dunklen Speisen essen, auf gar keinen Fall Tee, Kaffee oder Rotwein trinken.

Welche Lebensmittel darf ich nach dem Zahnbleaching essen?
Alle hellen Lebensmittel sind erlaubt.

Darf ich Schokolade nach dem Zahnbleaching essen?
Bitte zunächst nur weiße Schokolade essen. Erst nach 24 Stunden kannst Du auch die
dunkle Schokolade wieder genießen.

Tee nach Zahnbleaching?
Bitte für 24 Stunden meiden.

Kaffee nach Zahnbleaching?
Bitte für 24 Stunden meiden.

Rauchen nach Zahnbleaching?
Bitte für 24 Stunden meiden.

Schmerzen nach dem Zahnbleaching – Warum? Was kann ich tun?
Nach dem zahnbleaching können Zähne empfindlich sein oder auch sogar stark
schmerzen. Dies ist die Folge der Austrocknung bei der Oxidation. Die Zähne beruhigen
sich in der Regel nach einigen Stunden bis Tagen wieder. Möglicherweise ist eine
Schmerztablette ratsam.

Geht Zahnbleaching mit Kronen?
Künstliche Zahnkronen reagieren nicht auf da Bleachingmittel.

Darf ich die Zähne bleachen lassen mit Implantaten?
Die Implantatkronen reagieren nicht auf das Bleachingmittel. Professionell angewendet ist gegen das Bleaching – auch wenn Implantate im Mund vorhanden sind – nichts
einzuwenden. Die Implantationen werden nicht mit dem Bleachinggel benetzt.

Funktioniert Zahnbleaching mit Füllungen?
Die Füllungen reagieren nicht auf das Bleachingmittel. Das bedeutet: Es kann gebleicht
werden, jedoch kann es passieren, dass die Füllungen anschließend ausgetauscht werden
müssen, weil sie farblich nicht passen.

Zahnbleaching bei Wurzelfüllung – was funktioniert?
Auch tote, wurzelgefüllte Zähne können aufgehellt werden. Dies funktioniert sogar sehr
gut. Das Bleachingmittel wird dabei nicht von Außen sondern von Innen als eine Art
Einlage in den zahn reingelegt. Es verbleibt einige Tage und wird dann wieder entfernt.
Voraussetzung ist eine dichte Wurzelfüllung.

Darf ich die Zähne bleichen mit empfindlichen Zähnen?

Bei sehr empfindlichen Zähnen rate ich zur Vorsicht. Wenn überhaupt, dann nur kurz
bleachen lassen – selbstverständlich in einer Zahnarztpraxis.

Zahnbleaching im Kosmetikstudio?
Gesetzlich gehört die Zahnbehandlung (und eine solche ist das Zahnbleaching!) in die
Hand des Zahnarztes. Er darf bestimmte Leistungen an seine Mitarbeiter delegieren. Dazu gehört das Zahnbleaching. In jedem Fall trägt der Zahnarzt die Verantwortung. Er ist auch derjenige, der vor dem Bleaching feststellen muss, ob die Zähne wirklich in Ordnung sind.
Dies kann und darf weder eine Kosmetikerin noch eine Dentalhygienikerin. Manchmal sind sogar Röntgenaufnahmen erforderlich, um sicher zu gehen, dass auch in den
Zahnzwischenräumen keine versteckte Karies ist.

Was gibt es für Zahnbleaching-Methoden für zu Hause?
Das sind alle Home-Bleaching-Methoden, die oben aufgeführt sind.

Warum verfärben unsere Zähne eigentlich?
Sowohl unsere eigenen Zähne, als auch die Zahnfüllungen und Kronen aus Kunststoff
verfärben mit der Zeit. Sie nehmen Farbstoffe aus der Nahrung auf. Besonders schnell
verfärben sie, wenn wir viel Tee, Kaffee oder Rotwein trinken oder rauchen. Wenn unsere
Zähne Risse und Sprünge aufweisen, die sie bekommen, wenn wir stark mit den Zähnen
pressen oder knirschen, dringen die Farbpartikel schneller und tiefer in die Zahnstruktur
ein.

Manche Mundspüllösungen, die stark antibakteriell sind, verfärben die Zähne bei längerem Gebrauch. Auch Medikamente können dazu beitragen, dass sich Zähne verfärben, allen voran Tetrazykline.

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