Ayurveda und Nahrungsergänzungsmittel – verträgt sich das?

19. Jan 2020 | Achtsamkeit, Ayurveda, Ernährung, Gesundheit, Schönheit, Vitalität, Zähne, Zahnfleisch

Die über 5 Tausend Jahre alte Heillehre Ayurveda gibt uns viele Empfehlungen für ein
langes und gesundes Leben. Es handelt sich um jahrtausendealte Beobachtungen und
Erfahrungen. Der Ayurveda hat ganz genaue Vorstellungen davon, welche Nahrung uns
Menschen zuträglich ist und welche wir lieber meiden sollten. Unser Körper ist darauf
angewiesen, dass wir ihm in ausreichender Menge Vitalstoffe und Mineralien zuführen. Im
Ayurveda ist Nahrung die wichtigste Medizin. Kräuter und Gewürze, die für die
Zubereitung der Speisen verwendet werden, sind teilweise wahre Booster für unseren
Körper und auch für unseren Geist. Was aber, wenn wir uns nicht so gut, so lebensdienlich
ernähren können? Was wenn die Qualität unserer Nahrung zu wünschen übrig lässt? Und
was, wenn wir krank sind und mehr brauchen, als in unserer Nahrung enthalten ist. „Gibt
es auch ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel?“, diese Frage wurde mir schon häufig
gestellt. In der Tat hat sich der Ayurveda natürlich auch mit dieser Frage beschäftigt.

Die Antwort darauf lautet: Rasayana.

Unter Rasayana versteht man im Ayurveda Maßnahmen und Pflanzen sowie Gewürze, die
der Regeneration von Gewebe dienen. Sie wirken lebensverlängernd. Im alten Sanskrit
wird von Mitteln gesprochen, die „die Exzellenz der Zellen hervorrufen“. Es sind manchmal
Zusammensetzungen von verschiedenen Wirkmittel, die bei uns als Lebenselixier und
Mittel zur Verjüngung bezeichnet werden. Rasayana ist der Oberbegriff für alles, was das
Leben verlängert und der Lebensverjüngung dient.

Rasa bedeutet Leben und Liebe. Ein Mittel, welches im Ayurveda als Rasayana
bezeichnet wird, ist ein Mittel, welches besonders ausgleichend und stärkend auf den
Geist wirkt und regenerierend auf den Körper. Viele Ayurvedi nehmen täglich bestimmte
Rsayana ein. Wenn Du eine Erkrankung, die stark an Deinen Kräften gezehrt hat oder
wenn DU in Deiner momentanen Lebenssituation besonders die Abzuwehren hast, weil
Du Dich in einer anstrengenden Lebenssituation befindest, empfehle ich Dir ebenso
mindestens ein Rasayana einzunehmen. Im Ayurveda gibt es neben der Panca-Karma-
Kur, die der Entgiftung und anschließender Regeneration der Dosas dient, auch spezielle
Rasayana-Kuren, die Du machen kannst, wenn Du nach einer schweren Erkrankung
wieder zu Kräften kommen möchtest oder auch einfach zwischendurch, um Aufzutanken.
Eine Banca-Karma-Kur machst Du, um gesund zu werden (oder zu bleiben) und eine
Ramayana-Kur machst Du, um zu verjüngen und den Körper gründlich zu regenerieren.

Du kannst viele Rasayana-Tätigkeiten bei Dir zu Hause durchführen und grundsätzlich
auch eine Ramayana-Kur zu Hause durchführen. Wie das gehen soll?

Nimm Dir mindestens 8 besser 12 Wochen Zeit. Versuchen in dieser Zeit auf Genussgifte
wie Zucker, Alkohol und Nikotin zu verzichten. Iss in dieser Zeit kein Fleisch und ernähre
Dich möglichst ayurvedisch abgestimmt. Zusätzlich dazu nimmst Du spezielle Rasayana-
Pflanzen ein und führst möglichst täglich Pranayama durch. Bei der Atemmeditation
Pranayama versorgst Du Deine Körperzellen mit besonders viel Sauerstoff und lenkst
Deinen Geist auf Positives.

Was sind Rasayana-Pflanzen?

Es handelt sich um Pflanzen, die die folgenden typischen Ramayana-Wirkungen haben:

Sie wirken lebensverlängernd, weil sie die Dosas im Gleichgewicht halten, optimale
Nährstoffe für die Zellen beinhalten, und somit zeltregenerierend wirken. Weiterhin
kontrollieren sie das Verdauungsfeuer Agni und halten die Transportkanäle im Körper, die
Srotas, offen. Rasayanapflanzen halten alle Komponenten im Körper im Gleichgewicht.

Wie sind Rasayana-Mittel einzunehmen?

Am besten werden diese Wirkstoffe als Pulver morgens mit heißer Milch und abends vor
dem Schlafen eingenommen. Dabei ist zu beachten, dass es sich um gute, frische Bio-
Milch handelt, keine verarbeitete H-Milch. Wenn Du Milch nicht magst, kannst Du auch
gerne heißes Wasser und auch noch zusätzlich etwas Honig nehmen.

Welches sind die empfohlenen Rasayanas im Ayurveda?

Milch
Bitte verwende nur frische Bioqualität. Im Ayurveda wird die Milch warm und sehr gerne
mit etwas Kardamom oder Nelke oder auch Zimt getrunken.
Ghee
Das Ghee ist gereinigte Butter. Deine Körpezellen benötigen gute Fette. Du kannst nicht
zu viel Ghee bekommen. Verwende es täglich zum Kochen.
Amalaki
Dies ist quasi die ayurvedische „Hauspflanze“. In Indien handelt es sich um einen heiligen
Baum. Eine Frucht beinhaltet 10 x so viel Vitamin C wie eine Orange. Amalaki wirkt
ausgleichhend auf alle Dosas. Es ist agni-anregend, fördert die Blutbildung und bindet
Gifte im Körper. Es ist gut für die Augen, das Herz, die Leber, die Haare und den Geist. Es
ist ein Allheilmittel bei vielfältigen Problemen.
Asvagandha
Auch das Asvagandha ist ein Allheilmittel und sollte in jeder guten Ayurvedaapotheke
enthalten sein. Es ist das beste Rasayana für Vata. Es ist nährend und aufbauend und
vata-reduzierend. Es wirkt allgemein kräftigend, entzündungshemmend und analytisch.
Das Asvagandha stärkt das Immunsystem und wirkt sich gut auf die Psyche und den
Schlaf aus. Es erdet den Menschen und wirkt sehr gut gegen Erregungszustände und
Burn-out.
Guducci
Das Guduci ist sehr gut blutreinigend und hat dadurch eine sehr gute Wirkung auf die
Blutbildung. Es fördert sehr gut das Immunsystem.
Guggulu
Das Guggulu wirkt sehr gut auskratzend und ist durch diese Eigenschaft sehr gut
entzündungshemmend und wundheilend. Es steigert das Immunsystem.
Haritaki
Diese Pflanze hat die gleiche Wirkung wie das Amalaki, jedoch zusätzlich noch eine
abführende Wirkung.
Mandukaparni
Dieses Mittel wirkt sehr gut auf den Geist indem es für Fokus sorgt und den Blick auf das
Wesentliche schärft. Es stabilisiert die Psyche. Weiterhin kräftigt es den Herzmuskel. Es
wirkt gegen Husten, Bronchialleiden und Hautkrankheiten. Sehr gerne kannst Du es als
Kombination mit Asvaghanda einnehmen.

Hier noch die wichtigsten Empfehlungen des Ayurveda zur Ernährung
für Dich zusammengfasst:

Damit die Nahrung unserer Gesundheit förderlich ist und uns im wahrsten Sinne des
Wortes nährt, empfiehlt der Ayurveda folgende Regeln einzuhalten:

Immer warm essen. Auch das Frühstück sollte warm sein. Sehr gut eigenen sich warme
Breie oder Suppen.
Nimm drei Mahlzeiten am Tag ein. Die größte Mahlzeit sollte mittags sein. Zu dieser Zeit
ist das Verdauungsfeuer am größten.
Trinke nicht zu den Mahlzeiten.
Achte auf frische, schonend zubereitete Lebensmittel.
Meide Fleisch oder iss nur wenig davon.
Nimm Dir Zeit für Deine Mahlzeit. Iss ohne Ablenkung und in einer angenehmen, ruhigen
Umgebung.
Iss nur so viel, dass Dein Magen nur zu 2/3 gefüllt ist. Das entspricht ungefähr dem Inhalt,
der in Deine beiden Hände hineinpasst.

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