Die Immunabwehr stärken

12. Apr 2020 | Ernährung, Gesundheit, Vitalität

Um die Abwehr Deines Körpers zu stärken ist es wichtig zu wissen, wo diese entsteht.

Nun 2/3 unserer Immunzellen werden in der Darmschleimhaut gebildet. Was so viel bedeutet wie: Wenn es Deinem Darm gut geht, geht es auch Dir gut. Soweit so gut. Nur: Wie bekommen wir es hin, dass es unserem Darm gut geht? Und: Was tut ihm gar nicht gut? Dies sind Fragen, mit denen wir uns meist erst beschäftigen, wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das äußert sich durch Blähungen, Verstopfung, Durchfall aber auch Hautprobleme, Zahnfleischprobleme, Migräne und viele weitere Symptome. Du siehst also, dass sich eine gestörte Darmflora eben nicht nur im Darm bemerkbar macht.

 

Fragst Du Dich gerade, was denn die Darmflora überhaupt ist?

Wusstest du, dass in deinem Körper etwa 2 Kilogramm Bakterien leben? Wenn du dir überlegst, wieviel so ein Darmbakterium wiegt, dann kommst Du auf ungefähr 100 Billionen Bakterien. Das ist eine ganze Menge.

Und diese Darmbakterien lassen sich – sehr überspitzt formuliert – in „gute“ und „schlechte“ aufteilen. Das heisst, die Bakterien (es gibt Schätzungen gemäss etwa 10000 verschiedene Arten) haben unterschiedliche Aufgaben. Aber sie leben alle „unter einem Dach“, nämlich in uns drin.

Und überall, wo Lebewesen zusammenleben, gibt es verschiedenste Situationen. Freundschaften, Feindschaften, Kooperationen, Toleranz oder Unstimmigkeiten. Doch nicht nur das Verhalten untereinander spielt eine Rolle, sondern auch die Lebensumstände, die klimatischen Voraussetzungen oder die Umweltbelastung.

 

Was passiert, wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät?

Viele Menschen denken, Darmprobleme haben sie nur, wenn sie nicht aufs Klo können oder wenn sie Durchfall haben.

Doch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora wirkt sich nicht nur auf die Verdauung aus, sondern beispielsweise auch auf die Fähigkeit des Körpers, Hormone herzustellen. Oder Nährstoffe aufzunehmen. Oder eben auch auf die Funktion unserer Immunabwehr, Entzündungsmechanismen und vieles mehr.

Deswegen sollten eine Vielzahl von Symptomen eigentlich hellhörig machen und dazu führen, sich seiner Darmgesundheit zu widmen.

 

Wie erkenne ich, dass meine Darmflora gestört ist?

Die Symptome können sehr vielfältig sein. Die folgenden sollten Dich hellhörig werden lassen.

  • Durchfall, Verstopfung, Blähungen
  • Gereiztheit / Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • Demenz
  • Schilddrüsenprobleme
  • Hautprobleme wie unreine Haut, Ausschläge, Schuppenflechten oder Neurodermitis
  • Asthma
  • Heuschnupfen
  • Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie, Hashimoto, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose
  • ADHS
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
  • Laktose- oder Fruktoseintoleranz
  • Histamin-Unverträglichkeit
  • Gelenkprobleme wie Arthrose, Arthritis
  • Chronische Schmerzen
  • Schlafprobleme
  • Starker Appetit auf Süsses
  • Alles, was mit Schleimhäuten zu tun hat (chronische Nebenhöhlenverstopfung oder auch wiederkehrende Blasenentzündung)
  • Übergewicht

Der Darm spielt bei so ziemlich jeder chronischen Erkrankung und bei den meisten Zivilisationserkrankungen eine Rolle.

Schon Hippocrates sagte: „Der Tod sitzt im Darm“ und auch im Ayurveda ist der Darm im Mittelpunkt der Gesundheit.

 

Jedoch, was tun, wenn die Darmflora gestört ist und: Wie baue ich eine gesunde Darmflora auf?

Die wichtigsten Regeln sind:

  • Iss richtige, echte Nahrung und keine industriell hergestellten, nahrungsähnliche Substanzen, die Dich einfach nur befüllen.
  • Trinke ausschliesslich Wasser und vielleicht ein wenig Kaffee oder Tee zusätzlich
  • Keine Fruchtsäfte und keine Zero Getränke oder andere künstlich gesüssten Produkte
  • Die Hälfte deines Tellers sollte aus Gemüse bestehen
  • Reduziere schnelle Kohlenhydrate und Zucker
  • Iss nur drei Mahlzeiten pro Tag und gib deinem Darm und deinen Verdauungsorganen genügend Zeit, sich zwischen den Mahlzeiten zu erholen
  • Verwende gute Fette und Öle

 

Wenn Du unter chronischen Erkrankungen leidest, achte noch zusätzlich auf Folgendes:

  • Iss mehr gekochtes Gemüse statt rohes Gemüse, weil es leichter verdaulich ist
  • Lieber nur zwei Portionen Obst pro Tag, wegen des Zuckeranteils
  • Verzichte zu 100 Prozent auf entzündungsförderliche Nahrungsmittel wie Weizen und Kuhmilch.
  • Verwende keine Öle die reich an Omega-6 Fettsäuren sind wie zum Beispiel Sonnenblumenöl
  • Achte darauf, dass du genügend Omega-3 Fettsäuren in Form von Kaltwasserfisch aber auch Omega-3 Öl zu dir nimmst, da dieses stark anti-entzündlich wirkt
  • Im Idealfall hast du auch eine Mikrobiomanalyse gemacht, die unter anderem darüber Auskunft gibt, ob du eine durchlässige Darmschleimhaut, erhöhtes Histamin oder zu wenig Butyratbildner hast (mehr dazu weiter unten)
  • Iss ganz besonders bewusst langsam und kaue gut
  • Verwende fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut, fermentierte Karotten, Kimchi oder trinke Kombucha
  • Koche dir Knochenbrühe oder kaufe sie schon fertig, bei einem vertrauenswürdigen Händler, denn Knochenbrühe hilft dir, deinen Darm wieder dicht zu machen

Podcastfolge zum Blogbeitrag

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.