Die wunderbare Welt in Dir – dein Mikrobiom

1. Dez 2019 | Achtsamkeit, Allgemein, Ayurveda, Ernährung, Gesundheit

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in Dir und an Dir leben. Es
sind über 100 Billionen Mikroorganismen. Das ist 10 x so viel, wie Du an menschlichen
Zellen hast.

Die Wissenschaftler haben erst begonnen, das Mikrobiom zu erforschen. Wir wissen noch
viel zu wenig. Jedoch das was wir wissen, ist sehr spannend und erklärt vieles, was bisher
unerklärlich war.

Dies wissen wir schon:

Bakterien, Pilze und Viren bilden unser Mikrobiom. Die meisten befinden sich in unserem
Darm, dann auf den Schleimhäuten und auf der Haut. Dieses Wunderwerk Mikrobiom
entscheidet maßgeblich über unsere Gesundheit.
Kein Mikrobiom gleicht einem anderen. Dein Mikrobiom ist quasi Dein Fingerabdruck.
Dein Mikrobiom ist dafür verantwortlich, wie es Dir geht, nicht nur körperlich sondern auch
geistig.

Ganz gleich, ob es sich um Verdauungsprobleme, ein schwaches Immunsystem,
Kopfschmerzen, Krebs, Demenz oder andere Erkrankungen handelt, an allem ist das
Mikrobiom mindestens beteiligt, an vielem sogar Ursache der Erkrankung.

Das Mikrobiom organisiert unseren Stoffwechsel. Es ist dafür zuständig, welche Stoffe
unsere Darmwand aufnimmt und welche nicht.
Es organisiert unsere Immunabwehr.
Es kommuniziert unentwegt mit dem Hirn.
Es schützt unsere Haut und die Schleimhäute.

Doch unser Mikrobiom ist sehr gefährdet. Unsere Lebensweise, unsere Ernährung und
unsere Umwelt haben bereits zu einer starken Störung unseres Mikrobioms geführt. Viele
Mikroorganismen sind bereits verschwunden.
Wir wundern uns, dass Allergien, Immunologische Erkrankungen, Diabetes, Demenz und
Krebsleiden zunehmen.

Dabei sind die meisten dieser Krankheiten selbstgemacht!

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Darm-Hirn-Kommunikation

Unzählige Nervenfasern kommunizieren unentwegt über Botenstoffe direkt mit dem
Gehirn. Wir wissen heute auch bereits, dass Menschen mit Depression und Autismus
teilweise gravierende Veränderungen im Mikrobiom aufweisen.

Leider weiß unsere Wissenschaft noch nicht, wie ein gestörtes Mikrobiom dauerhaft zu
reparieren ist. Aus diesem Grund sollte es unser Anliegen sein, unser Mikrobiom möglichst
zu erhalten und zu fördern.

Bereits bei der Geburt erhalten wir eine wertvolle Dosis Bakterien und Mikroorganismen
mit – allerdings nur, wenn es sich um eine natürliche Geburt gehandelt hat. Kommt das
Baby auf natürliche Weise zur Welt, muss es durch den Geburtskanal, in dem es Sekrete
schluckt, in denen Massen an Mikroorganismen enthalten sind. Bei einem Kaiserschnitt
hingegen bleibt dies aus. Einige Ärzte gehen mittlerweile dazu über, das Neugeborene an
einem Stäbchen lutschen zu lassen, welches die Muttersekrete beinhaltet. Auf diese
Weise kann das Defizit ausgeglichen werden. Denn eines steht fest: Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein Defizit an Mikroorganismen nicht mehr ausgeglichen werden. Die Artenvielfalt ist jedoch entscheidend für ein gut funktionierendes Immunsystem. An diesem Punkt kommen wir zu unserem Problem: Unser Mikrobiom – also das Mikrobiom der Menschen in zivilisierten Ländern – verarmt. Während wir in der Außenwelt beobachten, dass Tierrassen und Pflanzen aussterben, übersehen wir ganz, dass die Artenvielfalt in uns drin abnimmt. Mit dem Sterben von Bakterienkolonien wird es jedoch auch um unser Immunsystem und unsere Gesundheit schlechter.

Womit schwächen wir unser Mikrobiom und tragen zum Absterben von
Mikroorganismen bei?

 Es sind unsere Essgewohnheiten, die einen Großteil dazu beitragen, dass bestimmte Bakterienstämme aussterben.

  • Einseitige Ernährung.
  • Ernährung, die mit Fremdstoffen, wie Konservierungsmittel und künstlichen Aromastoffen versehen ist.
    Verarbeitete Lebensmittel, die durch die Verarbeitung und spezielle Zusätze haltbar gemacht werden.
  • Fertigkost
  • Genussgifte wie Kaffee, Zucker, Alkohol, Nikotin
  • Medikamente, allen voran Antibiotika, die bereits im Namen beinhalten, was sie tun. Sie wirken eben gegen (anti) das Mikrobiom (biotika)
  • Zu wenig Flüssigkeitszufuhr
  • Desinfektion der Mundschleimhaut. Grundsätzlich haben desinfizierende und scharfe
    Substanzen nichts in unserem Mund verloren. Indem wir den Mundraum mit scharfen,
    desinfizierenden Zahnpasten und Mundwässern desinfizieren, verändern wir die Mundflora
    und somit auch unser Mikrobiom.
    Stress. 

Was können wir tun, um unser Mikrobiom wieder aufzubauen?

Dies ist kein schnelles Vorhaben. Um ein gestörtes Mikrobiom wieder aufzubauen,
brauchen wir Zeit und Geduld.

 Grundsätzlich fördern alle ayurvedischen Kuren und Anwendungen den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Darüberhinaus gibt der Ayurveda folgende Tipps:
Achten Sie auf einen abwechslungsreichen Speiseplan und würzen mit vielen
unterschiedlichen Gewürzen. Ein Zuviel von egal was, ist nie gut und reduziert die
Artenvielfalt in unserem Mikrobiom.
Legen Sie ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten ein. Der Magen-Darm-Trakt
braucht Zeit für eine vollständige Verdauung.
Achten Sie auf eine möglichst ballaststoffreiche Ernährung.
Ihre Ernährung sollte zum Großteil aus Gemüse bestehen.
Konsumieren Sie pro-biotische Speisen und Getränke.
Verwenden Sie möglichst täglich Ingwer, Kurkuma und Zimt als Gewürze für Ihre Speisen.
Diese fördern das Mikrobiom.
Führen Sie wöchentlich einen Entlastungstag ein. An diesem essen Sie wenig Schonkost.
Führen Sie regelmäßig Detoxwochen durch. Eine jährliche Pancha-Karma-Kur wäre ideal.

Was sind Probiotika? 

Probiotika sind Substanzen, die das Mikrobiom fördern. Sie enthalten lebende
Bakterienstämme, meist Milchsäurebakterien. Wir finden diese in Naturjoghurt, natürliche
Buttermilch, Sauerkraut.

 

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