Inneres Kind – was ist das?

23. Feb 2020 | Allgemein, Energie, Gesundheit, Vitalität

„Ich bin ganz allein, keiner liebt mich, immer muss ich alles selber machen und keiner hilft
mir, ich bin zu klein, zu dick, zu hässlich, zu doof, nicht gut genug, getrennt von der Welt,
verloren, überfordert und wünsche mir, dass jemand kommt und mich rettet.“

Kennst du Emotionen und Empfindungen dieser Art?

Sie wurzeln tief in unserer Vergangenheit, in unserer Kindheit und begleiten uns meist ein
Leben lang – es sei denn, wir befördern sie in unser Bewusstsein, denn dort können wir
sie transformieren und heilen.

Es sind Emotionen unserer Kindheit

Das Problem ist nur, dass die meisten von uns in der Kindheit nicht gelernt haben,
adäquat mit ihren Emotionen umzugehen. Die meisten Eltern sind hilflos und wissen selbst
nicht, was sie tun können, wenn ihr Kind Angst hat, wütend ist oder sich verachtet fühlt.
Beziehungsweise ist es oftmals schwierig als Elternteil festzustellen, welche Emotion im
Kind gerade darum fleht, wahrgenommen zu werden.

 

Hinter diesen Emotionen stehen Bedürfnisse.

Angst drückt das Bedürfniss nach Sicherheit, Schutz und Geborgenheit aus. Hinter der
Wut steht das Bedürfniss, gesehen, wahrgenommen und gehört zu werden. Hinter der
Trauer steht der tiefe Wunsch nach Trost und Liebe.

Ganz egal wie unsere Kindheit war: Wir alle waren als Kinder, emotional gesehen,
ähnlichen Situationen ausgesetzt.
Das liegt nicht daran, dass wir schlechte Eltern hatten oder nicht geliebt wurden. Wir
können die besten Eltern der Welt gehabt haben, und dennoch werden wir in uns diese
Empfindungen abgespeichert haben. Wir fühlten uns nicht richtig verstanden, nicht
wahrgenommen, hilflos und nicht genügend geliebt. Denn mal ganz ehrlich: wurden
wirklich alle deine emotionalen Bedürfnisse in der Kindheit gestillt? Wurden wirklich alle
deine Emotionen erkannt,
wahrgenommen und wurde auf Elternebene entsprechend darauf reagiert, wie du es
gebraucht und es dir gewünscht hättest?
Immer wenn wir uns heute im Erwachsenenalter nicht verstanden, klein, ängstlich, hilflos,
nicht wahrgenommen, ungerecht behandelt, überfordert und nicht geliebt fühlen, dann ist
unser Inneres Kind aktiv und durchlebt immer wieder die selben Empfindungen aus der
Kindheit. Das Empfinden eines ungestillten Bedürfnisses, eines Mangels.

Kennst Du diese Situationen?

Du sagst lange nichts, aber irgendwann platzt dir der Kragen und der ganze angestaute
Frust in dir bahnt sich seinen Weg nach außen?
Du wirst von deinem Partner enttäuscht und fühlst dich im Stich gelassen, hast das
Gefühl, dass deine Welt zusammenbricht und du ohne den Anderen nicht sein kannst?
Du bist mutig und zeigst dich der Welt, hast aber gleichzeitig Angst, ausgelacht,
gedemütigt oder kritisiert zu werden?
Du gibst alles, versuchst es so gut zu machen, wie du nur kannst und hast dennoch das
Gefühl, es ist nie genug?
Die Liste an Beispielen ließe sich bis ins Unendliche fortführen. Jeder von uns kennt seine
eigenen tiefsten Empfindungen und weiß um den Schmerz, die Trauer, die Angst, die
Scham oder die Wut, die in einem selbst verborgen liegen.

In dem Augenblick, in dem Du eine solche Situation erlebst, bist Du wieder in Deinem
kindlichen Muster. Für Dein weiteres Leben und Dein Seelenheil ist es wichtig, dieses
Muster zu erkennen und es zu analysieren.
Wann habe ich mich als Kind so gefühlt?
War die Situation wirklich so?
Wer hat wann und in welcher Situation zu mir gesagt „Dafür bist Du noch zu klein.“? Wollte
die Person mich möglicherweise schützen?
Wann habe ich mich allein und hilflos gefühlt? Hatten mich meine Eltern allein gelassen?
Haben mich meine Eltern zu spät vom Kindergarten oder der Schule abgeholt? Vermutlich
haben zu dem Zeitpunkt Deine Eltern viel mehr glitten als Du. Sicher wollten sie nicht zu
spät kommen. Sicher gab es äußere Umstände, die sie dazu gezwungen hatten, zu spät
zu kommen. Auch Eltern sind häufig hilflos. Es wird Zeit, dass Du ihnen vergibst.

Mein Tipp:

Schreibe Dir alle diese Situationen auf, die in Deinem Gedächtnis für Dich traumatisch
waren. Das können kleine und große Situationen gewesen sein. Schreibe sie Dir auf und
analysiere, was damals gewesen ist.

Dann schließe Deine Augen und stellt Dir Dich als kleines Mädchen/kleinen Jungen vor,
nimm Dich in den Arm und sage Dir: „Das war damals so. Heute bin ich groß und sorge
selbst für mich. Meine Eltern haben alles getan, was in ihrer Macht stand. Ich vergebe
ihnen, wenn es ihnen nicht so gelungen ist, wie ich es gebraucht hätte.“

Du hast immer die Wahl: Du kannst immer vergeben. Du kannst immer Dein inneres Kind
in den Arm nehmen und es beschützen, denn heute bist Du groß.

Du kannst all die Dinge fühlen und empfinden, weil Du damals diese Erfahrung gemacht
hast.

Sei dankbar dafür.

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