Was ist eigentlich Ayurveda?

1. Mrz 2020 | Achtsamkeit, Allgemein, Ayurveda, Energie, Gesundheit, Vitalität

In den letzten Jahren wird dieser Begriff immer häufiger genannt. Ayurveda ist zum Trend geworden. Dabei ist Ayurveda nichts Neues – ganz im Gegenteil.

Wann Ayurveda entstanden ist, weiß man gar nicht genau, nur das dies Jahrtausende her ist. Theorien über den Ursprung orientieren sich an den ältesten Schriften, den Samhitas. Diese Schriftensammlungen stammen von den drei Gelehrten Caraka, Susrutha und Vagbhata. Je nachdem von welchem Gelehrten eine Schrift stammt, sprechen wir von den Caraka-Samhitas, den Susrutha-Samhitas und den Vagbhata-Samhitas.

Die klassische Definition von Ayurveda wird von Kerstin Rosenberg in ihrem Buch „Die Ayurveda-Ernährung“ folgendermaßen übersetzt:

„Gutes und schlechtes Leben; glückliches und unglückliches Leben; das, was dem Leben zu bzw. abträglich ist; das Maß des Lebens und seiner Komponenten und da Leben selbst – wo all dies erklärt wird. Das nennt man Ayurveda.“

Verkürzt sagen wir heute: Ayurveda ist das Wissen vom Leben. In den ayurvedischen Schriften ist alles Wissenswerte und Wichtige für ein langes und gesundes Leben zusammengetragen. Die Menschen wussten bereits vor Jahrtausenden von Jahren, dass Gesundheit den Körper, den Geist und die Seele betrifft. Diese Komponenten sollten nicht einzeln betrachtet werden, denn sie beeinflussen sich gegenseitig. Leider passiert dies sehr häufig in unserer schnellen Schulmedizin. 

Weil wir jedoch an vielen Stellen bemerken, dass wir mit dieser Denkweise nicht weiterkommen, besinnen wir uns auf die alten Lehren, die uns daran erinnern, dass Gesundheit das dynamische Gleichgewicht aller körperlichen, geistigen und seelischen Anteile im Menschen ist. Da der Mensch in die Zyklen der Jahreszeiten, des Tages und die planetaren Einflüsse eingebunden ist, beinhaltet die Ayurvedalehre neben der Medizin, die Psychologie, die Philosophie und die Spiritualität. Es handelt sich also um eine komplexe Lehre, die wirklich alle Aspekte des Lebens beinhaltet.

Aufgrund dieser Vielschichtigkeit wird Ayurveda häufig wie ein Baum beschrieben:

Die Wurzel des Baumes wird als die Kenntnis der Schöpfungsgesetze bezeichnet. Der Stamm ist die Weisheit der Lebensführung und die Hauptäste werden als die Heil- und Lebenskunst beschrieben. 

Hier noch ein wesentlicher Unterschied zur westlichen Medizin:

Im Ayurveda steht die Erhaltung und die Wiederherstellung der Gesundheit im Mittelpunkt und an nachgeordneter Stelle die Behandlung von Krankheiten. Krankheit wird als Ausdruck einer tiefer liegenden Störung verstanden, welche vordergründig durch viele rationale, psychologische und spirituelle Therapiemethoden beseitigt werden kann.

Mit dieser positiven und lebensbejahenden Grundhaltung versucht Ayurveda das innere Gleichgewicht eines jeden Individuums durch eine Stärkung des Gesunden und Intakten zu fördern. Nach der ayurvedischen Auffassung überwindet dann das Gesunde die Krankheit.

Wir Menschen reagieren alle ganz unterschiedlich auf krankheitsauslösende Faktoren. So wie ein Samen nur im richtigen Boden aufgehen kann, reagieren wir sehr unterschiedlich und konstitutionsbedingt auf negative Einflüsse. Verantwortlich für diese sehr unterschiedlichen Antworten verschiedener Individuen sind die Unterschiede in der mentalen und körperlichen Konstitution aber auch subtile Einflüsse auf seelischer Ebene bis hin zu vorgeburtlichen Prägungen. 

All dies betrachtet der Ayurveda, wenn es darum geht, einen Menschen wieder in seine Gesundheit zu bringen.

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